Härteprüfung im Labor: Shore, Vickers, Rockwell & Brinell
Inhaltsverzeichnis
ToggleOb Metall, Kunststoff oder Beschichtung: Eine Härteprüfung zeigt schnell, wie widerstandsfähig ein Werkstoff wirklich ist. Wir bestimmen Shore-, Vickers-, Rockwell- und Brinell-Härte und dokumentieren die Prüfparameter so, dass Sie Ergebnisse vergleichen, Spezifikationen prüfen und Prozesse wie Wärmebehandlung oder Qualitätssicherung gezielt steuern können.
Wenn Sie Bauteile freigeben, Reklamationen klären oder Materialchargen vergleichen, hilft eine saubere Härtemessung. Die passende Prüfmethode hängt vom Werkstoff, der Geometrie und der Oberfläche ab. Deshalb klären wir vorab Messpunkte, Skala und Normbezug – und sagen Ihnen außerdem, welche Probenvorbereitung wirklich nötig ist, damit Sie belastbar entscheiden können.
Für Metalle sind Vickers, Rockwell oder Brinell oft ideal, während bei Elastomeren und Kunststoffen meist die Shore-Härte gefragt ist. Auf Wunsch kombinieren wir die Härteprüfung mit weiteren Prüfungen, etwa aus der Werkstoffprüfung oder mit metallographischer Vorbereitung wie dem Querschliff. So bekommen Sie nicht nur einen Zahlenwert, sondern auch einen klaren Prüfkontext für Spezifikationen oder Ursachenanalysen.
🔬 Härteprüfung anfragen
Senden Sie Werkstoff, Geometrie und gewünschte Skala (z. B. Shore A/D oder HV/HRC). Wir melden uns mit Machbarkeitscheck und Angebot.
Prüfanfrage stellenWann ist eine Härteprüfung sinnvoll?
Härtewerte sind ein schneller Indikator für Verschleißverhalten und den Erfolg einer Wärmebehandlung. Gleichzeitig sind sie gut vergleichbar, sofern Prüfkraft, Eindringkörper und Messzeit sauber angegeben werden. Genau deshalb lohnt sich eine definierte Prüfung, statt „Pi mal Daumen“ zu messen.
Härteprüfung in der Qualitätssicherung: Wareneingang bis Serienfreigabe
Mit einer Härteprüfung prüfen Sie Chargen, Lieferanten und Wärmebehandlungszustände, bevor ein Bauteil in die Serie geht.
Viele Unternehmen nutzen die Härteprüfung als schnellen Wareneingangstest, weil sie wenig Zeit kostet und trotzdem klare Grenzwerte ermöglicht. Außerdem lassen sich Trends über Chargen hinweg erkennen, während Sie Abweichungen früh sehen und sauber nachsteuern können.
Wenn Sie Messpunkte und Grenzwerte festlegen, liefern Mittelwerte und Streuung eine belastbare Basis für Spezifikationen. Dadurch wird die Härteprüfung zu einem praktischen Werkzeug, nicht nur zu einer Zahl auf dem Prüfbericht.
Schadensanalyse & Schweißnaht: Was sagt die Härte über die Ursache?
Bei Rissen, Ausbrüchen oder ungewöhnlichem Verschleiß zeigt der Härteverlauf oft, ob Überhärtung, Entkohlung oder falsche Wärmebehandlung beteiligt ist.
Gerade an Schweißnähten oder Randschichten sind harte und weiche Zonen typisch, weil Temperatur und Abkühlung stark schwanken. Deshalb lohnt sich häufig eine Messreihe über den Querschnitt, statt nur einen Einzelwert zu beurteilen.
Wenn Sie möchten, ergänzen wir die Messung durch Metallographie, zum Beispiel mit Querschliff und Mikroskopie. So passen Gefüge und Härte zusammen, und der Befund wird nachvollziehbar.
🧪 Messpunkte, Skala, Norm: kurz abstimmen
Jetzt Anfrage sendenWelche Härteprüfverfahren setzen wir ein?
Es gibt nicht „die eine“ Härteprüfung – sondern mehrere Verfahren, die je nach Werkstoff und Prüfziel unterschiedlich sinnvoll sind. Deshalb starten wir typischerweise mit einer kurzen Klärung: Welche Skala steht in Ihrer Spezifikation, wie ist die Oberfläche, und wie viel Material steht an der Messstelle zur Verfügung?
Shore-Härteprüfung: Für Kunststoffe, Elastomere und Dichtungen
Die Shore-Härteprüfung ist ideal, wenn Sie die Eindruckhärte von Kunststoffen oder Elastomeren schnell vergleichen möchten – etwa bei TPE, Silikon, Dichtungen oder Schutzprofilen.
Gemessen wird mit einem Durometer, das über eine Feder einen Eindringkörper in die Oberfläche drückt. Die Skala ist 0 bis 100, wobei höhere Werte auf derselben Skala „härter“ bedeuten. Wichtig ist dabei, dass Messzeit und Auflage definiert sind, sonst werden Ergebnisse schnell ungenau.
Für Kunststoffe wird häufig ISO 868 herangezogen (Durometer Typ A für weichere, Typ D für härtere Materialien). Für Gummi ist ISO 48-4 eine gängige Referenz, ebenfalls als Durometer-Methode (Shore). Falls Sie unsicher sind, welche Skala passt, helfen wir bei der Auswahl.
Externe Referenzen: ISO 868 (Shore an Kunststoffen) und ISO 48-4 (Shore an Gummi).
Vickers-Härteprüfung: Präzise Werte für Metall und Beschichtungen (HV)
Vickers liefert sehr fein auflösende Härtewerte und eignet sich deshalb gut für metallische Werkstoffe, Randschichten und viele Beschichtungen – auch als Mikrohärteprüfung (z. B. HV1).
Der Eindringkörper ist eine Diamantpyramide, und die Härte ergibt sich aus der Prüfkraft und der Größe des Eindrucks. Dadurch sind auch Härteverläufe über Querschnitte möglich, sofern die Oberfläche passend vorbereitet ist. In solchen Fällen ist ein Querschliff oft der schnellste Weg zu reproduzierbaren Daten.
Bei sehr dünnen Schichten oder sehr kleinen Eindrücken stößt die optische Auswertung an Grenzen. Dann kann eine instrumentierte Eindringprüfung nach ISO 14577 eine Alternative sein, weil sie die Messwerte aus Kraft-Weg-Daten ableitet.
Externe Referenzen: ISO 6507-1 (Vickers) und ISO 14577-1 (instrumentierte Eindringprüfung).
Rockwell-Härteprüfung: Schnell prüfen auf HRC & Co.
Rockwell ist praktisch, wenn Sie viele Teile schnell prüfen möchten und eine Rockwell-Skala (z. B. HRC) in der Spezifikation steht.
Im Unterschied zu Vickers oder Brinell wird nicht die Eindruckfläche, sondern die Eindringtiefe ausgewertet. Das macht die Methode schnell, gleichzeitig müssen Oberfläche, Bauteilauflage und passende Skala stimmen, damit Sie saubere Werte bekommen.
Je nach Werkstoff und Härtebereich kommen unterschiedliche Skalen in Frage (regular oder superficial). Wenn Sie uns die Werkstoffangabe und den Zielwert nennen, schlagen wir Ihnen die passende Vorgehensweise vor.
Externe Referenz: ISO 6508-1 (Rockwell).
Brinell-Härteprüfung: Robust bei grobkörnigen Metallen (HBW)
Brinell ist häufig die richtige Wahl für größere Gefüge, Guss oder weichere Metalle, weil die Kugel einen vergleichsweise großen Eindruck erzeugt.
Dadurch mittelt die Messung stärker über das Gefüge, während einzelne Körner weniger stark „durchschlagen“. Das ist hilfreich, wenn Sie repräsentative Werte für heterogene Werkstoffe benötigen oder Oberflächen nicht perfekt spiegelpoliert vorliegen.
Wenn Brinell in Ihrer Spezifikation steht, stimmen wir Prüfkraft und Kugeldurchmesser so ab, dass der Eindruck sicher auswertbar bleibt. Auf Wunsch erstellen wir Messreihen, statt nur Einzelwerte.
Externe Referenz: ISO 6506-1 (Brinell).
Mobile Härteprüfung (Leeb): Wenn das Bauteil nicht ins Labor passt
Leeb ist eine dynamische, rückprallbasierte Härteprüfung und eignet sich, wenn große oder eingebaute Metallteile vor Ort geprüft werden sollen.
Das Verfahren ist schnell, jedoch stark abhängig von Bauteilmasse, Kopplung und Oberfläche. Deshalb ist es ideal für einen ersten Check, während für kritische Freigaben häufig eine Laborprüfung mit definierten Bedingungen besser passt.
Externe Referenz: ISO 16859-1 (Leeb).
Proben, Oberfläche und Messpunkte: Das brauchen wir
Damit Härtewerte wirklich vergleichbar sind, muss die Prüfstelle zur Methode passen. Deshalb fragen wir vorab nach Material, Geometrie und Oberfläche – und sagen Ihnen dann, ob eine einfache Messung reicht oder ob eine Vorbereitung sinnvoll ist.
Welche Proben brauchen wir für eine Härteprüfung?
Am besten funktioniert die Härteprüfung auf einer ebenen, sauberen Fläche – ohne starke Krümmung, Grate oder lose Beschichtungsreste.
Bei Vickers/Brinell/Rockwell ist die Auflage entscheidend, damit das Bauteil während der Prüfkraft nicht kippt. Bei Shore hilft eine ausreichende Materialstärke, weil sonst der Untergrund „mitmisst“ und Werte verfälscht. Wenn Sie nur ein kleines Teil haben, prüfen wir trotzdem, was sinnvoll machbar ist.
Falls eine Probenpräparation nötig ist, kombinieren viele Kunden die Härteprüfung mit einem Querschliff. Dadurch werden Messreihen über Randschichten oder Schweißnähte deutlich aussagekräftiger.
Wie viele Messpunkte sind sinnvoll?
Ein Einzelwert ist schnell, aber oft zu wenig – sinnvoll sind Messpunkte, die Streuung und lokale Unterschiede sichtbar machen.
Für QS-Fragen reichen häufig mehrere Messungen auf einer Fläche (Mittelwert + Streuung). Für Schadensanalysen sind dagegen Linienmessungen über Querschnitte oder definierte Raster hilfreich, damit harte und weiche Zonen eindeutig zugeordnet werden können.
Ergebnis, Skalen und Umwertung: So lesen Sie die Zahlen
Härtewerte wirken auf den ersten Blick wie „eine Zahl“, aber die Skala und die Prüfbedingungen entscheiden über die Aussage. Deshalb sollten Werte immer mit Methode, Skala und Prüfparametern betrachtet werden – erst dann sind Vergleiche wirklich fair.
Was bedeutet 70 Shore A?
70 Shore A steht für ein relativ festes Elastomer: deutlich härter als 30 Shore A, aber noch klar im „Gummi“-Bereich der A‑Skala.
Wichtig ist der Vergleich innerhalb derselben Skala: 80 Shore A ist auf der A‑Skala härter als 70 Shore A. Zwischen Shore A und Shore D dürfen Sie Werte jedoch nicht direkt vergleichen, weil die Skalen unterschiedlich aufgebaut sind.
Wenn Sie möchten, ordnen wir Ihre Zielwerte praxisnah ein – und sagen Ihnen auch, ob eine andere Skala oder ein anderes Verfahren besser zu Werkstoff und Geometrie passt.
Shore A und Shore D: Was ist der Unterschied?
Shore A wird meist für weichere Kunststoffe und Elastomere genutzt, während Shore D für deutlich härtere Kunststoffe gedacht ist.
Darum ist die Frage „Ist Shore A oder D härter?“ in der Praxis nur bedingt sinnvoll: Es sind zwei unterschiedliche Messbereiche. Entscheidend ist, welche Skala für Ihren Werkstoff vorgesehen ist und welche Norm/Produktspezifikation Sie erfüllen müssen.
Umwertung zwischen HV, HBW und HRC: Warum Tabellen nur Näherungen sind
Umwertungstabellen funktionieren nur materialabhängig – sie sind Hilfen, aber kein Ersatz für eine Prüfung in der geforderten Skala.
Für metallische Werkstoffe gibt es Normen, die Grundsätze und Tabellen zur Umwertung beschreiben. Trotzdem gilt: Ein umgerechneter Wert ist immer eine Näherung, weil Härteskalen unterschiedliche physikalische Grundlagen haben und das Werkstoffgefüge eine große Rolle spielt.
Externe Referenz: ISO 18265 (Umwertung von Härtewerten).
Ablauf, Lieferzeit und Kosten
Damit Sie schnell zu einem verwertbaren Ergebnis kommen, halten wir den Ablauf schlank. Gleichzeitig gehen wir sauber vor: Methode, Messpunkte und Dokumentation werden vorab abgestimmt, damit Sie am Ende belastbare Daten für Ihre Entscheidung haben.
Wie läuft eine Härteprüfung im Labor ab?
Sie schicken uns Werkstoffdaten, Prüffrage und idealerweise ein Foto der Probe – wir empfehlen Verfahren und Messplan und erstellen anschließend den Prüfbericht.
Nach der Abstimmung führen wir die Messung mit definierten Parametern durch und dokumentieren Skala, Prüfkraft, Eindringkörper und Messstrategie. Wenn Auffälligkeiten auftreten, sagen wir das klar – und schlagen sinnvolle Ergänzungen vor, etwa Mikroskopie oder Schichtanalyse.
Was kostet eine Härteprüfung?
Die Kosten hängen vor allem vom Verfahren, der Anzahl Messpunkte und der nötigen Probenvorbereitung ab.
Ein schneller Einzelwert ist günstiger als ein Härteverlauf über Querschliff, weil Vorbereitung und Messzeit unterschiedlich sind. Wenn Sie uns Werkstoff, Stückzahl, Zielskala und Ihre Fragestellung nennen, bekommen Sie ein passendes Angebot ohne Rätselraten.
📩 Angebot für Härteprüfung erhalten
Kontakt aufnehmenFAQ zur Härteprüfung
Hier finden Sie kurze Antworten auf typische Fragen aus der Praxis. Wenn Sie Ihre Fragestellung schon konkret haben, schicken Sie uns gern ein Foto der Probe – dann können wir Methode und Messpunkte direkt sinnvoll festlegen.
Was ist eine zerstörungsfreie Härteprüfung?
Viele Härteprüfungen gelten als „nahezu zerstörungsfrei“, weil nur eine kleine Eindruckstelle entsteht und das Bauteil oft weiter genutzt werden kann.
Ob das in Ihrem Fall möglich ist, hängt von Oberfläche, Funktionsteil und Zulässigkeit von Eindrücken ab. Für große Bauteile kann eine mobile Leeb-Prüfung eine Option sein, während für Spezifikationen oft Laborbedingungen sinnvoller sind.
Ist 80 Shore A weicher als 30 Shore A?
Nein – auf derselben Shore-A-Skala bedeutet ein höherer Wert immer eine höhere Eindruckhärte.
30 Shore A ist deutlich weicher als 80 Shore A. Wichtig ist, dass Sie nur innerhalb derselben Skala vergleichen, also A mit A oder D mit D, und Messbedingungen beachten.
Welche Shore-Härte hat TPE oder Silikon?
TPE und Silikon decken eine große Bandbreite ab – je nach Mischung reichen Produkte von sehr weich bis sehr hart.
Darum ist eine pauschale Zahl selten sinnvoll. Wenn Sie Materialtyp und Anwendung nennen, können wir gemeinsam entscheiden, ob Shore A, Shore D oder eine alternative Prüfung die bessere Aussage liefert.
Wie wird die Härteprüfung durchgeführt?
Bei den meisten Verfahren wird ein definierter Eindringkörper mit definierter Kraft oder Federwirkung in die Oberfläche gedrückt – die Auswertung erfolgt über Eindruckgröße oder Eindringtiefe.
Welche Methode passt, hängt vom Werkstoff und Ihrer Spezifikation ab. Wenn Sie uns Zielskala und Einsatzfall nennen, schlagen wir das passende Verfahren und einen sinnvollen Messplan vor.
